Pädagogische Leitgedanken

Verinnerlichte Bilder leiten unser Handeln.

Wir alle sind pädagogisch kein unbeschriebenes Blatt. Unsere pädagogische Haltung ist gespeist von Erfahrungen aus unserer Kindheit in Familie, Schule und Umfeld. Weitere pädagogische Erfahrungen haben wir als Eltern und als ausgebildete und praktizierende Pädagoginnen. Schließlich transportieren wir in uns auch gesellschaftliche Bilder von Bildung.

Wir tragen Bilder von Bildung in uns, die als Erfahrung in uns entstanden sind oder als Erfahrung von anderen an uns weitergegeben wurden.  Diese Bilder leiten unser pädagogisches Handeln. Sie  sind nicht eindeutig und untereinander widersprüchlich.

Ein konstruktivistisches Lernverständnis

Jeder Mensch, nicht nur das Kind, ist Akteur seiner Entwicklung und seiner Bildungsprozesse. Auch die Erzieherin ist Akteurin ihres Entwicklungs- und Veränderungsprozesses. Ich kann ihr als Lernbegleiterin neue Erfahrungen ermöglichen, Themen zumuten und die vorhandenen Denkkonzepte bewusst machen. Sie selbst entscheidet immer, was sie damit macht. Die Erzieherinnen machen modellhaft Bildungs-Erfahrungen an sich selbst, erfahren am eigenen Leib, was es heißt, in den eigenen Fragen und Interessen ernst genommen zu werden und in der eigenen Aktivität gesehen und unterstützt zu werden.

Erfahrung ist die Basis allen abstrakten Wissens

Die Erfahrung, der Umgang mit konkreten Dingen, das Fragen und Ausprobieren dürfen, der spielerische und handelnde Umgang mit den Dingen und das gemeinsame Nachdenken über die individuelle Sicht der Dinge ist die Basis für abstraktes Wissen, für Begriffsbildung, für das Erfassen von Grundzusammenhängen. Wenn uns grundlegende Erfahrungen fehlen, wenn wir mit unseren Fragen nicht ernst genommen werden, wenn wir im Zeitalter von Fernsehen und Computer viel Wissen erwerben und doch keine eigenen Erfahrungen damit machen, entsteht in uns eine Kluft zwischen dem Wissen im Kopf und einem tiefen Verständnis, das uns erst fähig macht, wirkliche Erkenntnisse von Zusammenhängen aufzubauen, in unserem Gehirn zu konstruieren und weiterzuentwickeln.

Die Erzieherin als Forscherin

Die Erzieherin selbst ist auch Forscherin und nimmt gegenüber sich, den Kindern und der Welt einen forschenden, offenen Blickwinkel ein. Was tun Kinder von sich aus, um sich zu bilden? Welche Bildungsbestrebungen können wir in ihren Aktivitäten entdecken? Was wollen sie herausfinden? Und wie können wir sie dabei unterstützen, anregen und zu weiteren Erkenntnissen und Entdeckungen herausfordern?

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